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Chemnitzer Erinnerungen
1945 - Bürger schreiben für Bürger.
Chemnitz - das Trauma der Zerstörung
Chemnitz gehörte zu
jenen Städten in Deutschland, die Anfang 1945 besonders im Visier der englischen
und amerikanischen Bomber lagen. Diese Angriffe richteten sich sowohl auf die
Zerstörung kriegswichtiger Ziele, wie Eisenbahn- und Industrienlagen, als auch
auf die Demoralisierung der Bevölkerung. Chemnitz erlebte zwischen dem 6.
Februar und 12. April 1945 neun dieser Angriffe. Die folgenschwerste
Bombardierung erfolgte am 5. März 1945. Das Trauma dieser Zerstörung hat die
Nachkriegsentwicklung der Stadt entscheidend beeinflusst. Nicht zuletzt der
Verlust der pulsierenden Innenstadt der zwanziger und dreißiger Jahre sind mit
diesem Ereignis verbunden.
Der Autor des Buches, Dr. sc. Gert Richter, hatte als Zeitzeuge die Zerstörung
selbst erlebt. Als langjähriger Direktor des Stadtarchives war es ihm ein
besonderes Anliegen, diese schrecklichen Ereignisse aufzuarbeiten und das Wissen
darüber weiterzugeben.
Das Buch hatte zur 1. Auflage 1995 entgegen allen Erwartungen eine sehr hohe
Resonanz und war schon nach kurzer Zeit vergriffen. Die Nachfrage, die ebenfalls
in den darauf folgenden Jahren nicht abriss, veranlasste 2001 den Verlag
Heimatland zur Nachauflage.
Dies geschieht vor dem Hintergrund, dass die regionalgeschichtlichen Forschungen
über die Zerstörung von Chemnitz aktiviert wurden. Ausstellungen, wie unter
anderem im Schlossbergmuseum sowie neue Buchproduktionen thematisierten die
Ereignisse aus der Mitte des vorigen Jahrhunderts. Im Ensemble dieser
Forschungen stellt dieses Buch die erste geschlossene Publikation dar, die in
Wort und Bild die Zerstörung der Stadt Chemnitz dokumentiert.
Man erhält durch das Buch einen Einblick über die genauen Bombenziele und das
Ausmaß der Verwüstungen. Dazu wurden durch den Autor akribisch die Dokumente des
Stadtarchives Chemnitz ausgewertet. Die im Buch enthaltenen Listen der bei den
Bombenabwürfen getöteten Menschen mahnen zum Gedenken. Sie bilden außerdem eine
historische Quelle für weitere Untersuchungen zur Stadtgeschichte, und sind ein
Nachweis über die Bombenopfer. Weitere Zeitdokumente wie Tagebuchaufzeichnungen,
Briefe vervollständigen in dem Band authentisch die damaligen Ereignisse.
Eine Bildserie über die Stadt vor und nach den Bombardierungen vermittelt einen
teilweisen Einblick über die Zerstörungen und auch darüber, was nach 1945 für
erhaltenswert betrachtet wurde bzw. später einer neuen Stadtplanung weichen
musste.
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