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150 Jahre
Gymnasium Chemnitz
Georgius-Agricola-Gymnasium
(1857-2007) 128 Seiten ca. 150
Abbildungen Preis 24,95 Euro
50,00 Euro ![]()
Das Buch ist keine gewöhnliche Schulgeschichte im Sinne einer Chronologie von
Ereignissen. Vielmehr ging es in dem Buch darum, Bedeutungsvolles und
Außergewöhnliches aus der Schulgeschichte aufzuarbeiten, welches gleichsam für
die Entwicklung der Stadt Chemnitz steht. Dies war den Herausgebern und über 20
Autoren um so wichtiger, da in den vergangen Jahrzehnten einige wichtige
Traditionslinien der Schule weniger gepflegt wurden bzw. überhaupt keine
Beachtung fanden. So wendet sich das Buch einem breiten Interessentenkreis zu,
der weit über Schüler, Lehrer und Freunde des Gymnasiums hinausreicht. Bedeutsam am ersten
Gymnasium der Stadt ist schon die Tatsache, dass das Chemnitzer Bürgertum –
bevor es daran ging, 1868 ein auf alte Sprachen spezialisiertes humanistisches
Gymnasium zu eröffnen – zuvor eine
die „Realien“ unterweisende höhere Schule aufbaute. Die 1857 gegründete
Realschule wurde so die Muttereinrichtung für alle und in der Regel aus ihr
heraus danach entstandenen gymnasialen Bildungsstätten in Chemnitz. Einer der
geistigen Väter dieser Realschule war der große deutsche Schulreformer Dr.
Friedrich Dittes (1829-1896), der hier kurz nach Gründung von 1860 bis 1865 als
Subrektor wirkte. Ein
Sachverhalt, der die Dominanz der Schule in der Stadtgeschichte weiter
hervorhebt, stellt die Größe und Architektur der Schulgebäude dar. Das erste
Schulgebäude war immerhin so ergiebig, dass noch Jahrzehnte nach der Einstellung
des Schulbetriebes als erstes Neues Rathaus am ehemaligen Beckerplatz genutzt
werden konnte. Das zweite Bauwerk war ein großartiger Schulpalast im Baustil des
heute noch existierenden Hauptgebäudes der Universität. Beide ehemaligen
Schulgebäude wurden 1945 zerstört. Das dritte Bauwerk gilt, obwohl schon fast 80
Jahre alt, noch immer als Musterbauwerk für gymnasiale Ausbildungszwecke. Neben den Bauwerken sind
es jedoch vor allem die Lehrer und Schüler, denen sich im Buch zugewandt wird.
Zahlreiche Wissenschaftler, Akademiker, Ärzte, Unternehmer und Künstler haben an
dieser Schule ihr Abitur abgelegt. Viele von ihnen sind heute weit über unsere
Stadtgrenzen bekannt. Über 50 biographische Exkurse und Darstellungen zu
bedeutenden Schülern, Lehrern und Rektoren geben Aufschluss, wie in, mit und
durch das Gymnasium Geschichte geschrieben wurde. Zu jenen Abiturienten, die
wahrhaften Weltruhm erlangten, gehören die beiden Mitgründer der Künstlergruppe
„Brücke“, Ernst Ludwig Kirchner (1880-1938) und Erich Heckel (1883-1970), oder
der wegen seiner jüdischen Herkunft nach 1933 aus Deutschland vertriebene
Atomphysiker Moritz (Maurice) Goldhaber. Das Buch versucht somit Stadtgeschichte
lebendig darzustellen. Viele Zusammenhänge wie z. B. über die „Brücke“-Gründer
werden in dem Buch zum ersten Mal aufgearbeitet. Es ist eine Publikation, welche
Chemnitz interessant und erfahrenswert macht. Das reich bebilderte Buch
wird einen Überblick über die der 150-jährige Entwicklung der
Schule geben und mit viele bekannte bzw. schon wieder vergessene Aspekte
darstellen.
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